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Die [[Hubertuskapelle]] ist das Wahrzeichen von Birresdorf. Die Kapelle wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet und ist das älteste Gebäude im Ort. Sie ist dem heiligen Hubertus geweiht. An ihrem heutigen Standort steht sie nach einer aufwändigen [[Kapellenversetzung 1982|Versetzung]] erst seit 1982. | |||
== Geschichte == | |||
<blockquote>''Dieser Abschnitt stellt nur einen groben Abriss der Kapellengeschichte dar. Weit ausführlicher ist sie in der 1996 erschienenen Festschrift [[Hubertuskapelle in Birresdorf - Mittelpunkt der Dorfgeschichte]] von Ottmar Prothmann dargestellt, die für den folgenden Text als Grundlage diente.''</blockquote> | |||
=== Bau und Einweihung === | |||
Eingeweiht wurde die Kapelle am 25. Mai 1671, ihr Bau dürfte jedoch bereits ein Jahrzehnt zuvor begonnen haben. Die damals etwa 120 Einwohner von Birresdorf wählten den heiligen Hubertus<ref>Vgl. {{wp|Hubertus_von_L%C3%BCttich|Hubertus von Lüttich}}</ref> zu ihrem Patron. Heute ist Hubertus zwar eher als Patron der Jäger bekannt, doch damals wurde er hauptsächlich zum Schutz gegen die Tollwut angerufen, die auch Hubertus-Krankheit genannt wird. | |||
=== Bemühungen um einen Neubau === | |||
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erstmals Rufe nach einem Neubau der Kapelle laut. Gerade äußerlich war sie stark renovierungsbedürftig und so wurde am 21.02.1921 ein Kapellenbau-Verein gegründet. Ein Bauplatz wurde zwar an der Ecke [[Berkumer Straße]] / [[Im Ort]] (vgl. [[Alter Spielplatz]]) gefunden, aber die Geldentwertung<ref>Vgl. {{wp|Deutsche_Inflation_1914_bis_1923|Deutsche Inflation 1914 bis 1923}}</ref> ließ diesen ersten Anlauf scheitern. | |||
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bemühungen um einen Neubau zunächst wieder aufgenommen, jedoch erneut wegen Finanzierungsschwierigkeiten verworfen und gegen Ende der 1940er Jahre eine Renovierung ins Auge gefasst. | |||
Dann bot der Bankier und Besitzer des Bentgerhofs Hermann Josef Abs an, sich an einem Neubau zu beteiligen, wenn er im Gegenzug die Kapelle abtragen und vollständig am Bentgerhof wiedererrichten dürfe. Er wollte sie vermutlich als Grabstätte für sich und seine Frau nutzen. Dies wurde jedoch abgelehnt, da insbesondere die Hubertusjagd wieder in einem Neubau angebracht werden sollte. | |||
Schließlich wurde die Kapelle 1953/54 vollständig restauriert. Ein Jahr später, am 30.10.1955, wurde eine neue Glocke eingeweiht und eine neue Hubertusstatue fertiggestellt. | |||
=== Versetzung der Kapelle === | |||
[[Datei:1982-04-Kapellenversetzung-10.jpg|thumb|right|Versetzung der Kapelle 1982]] | |||
Nach der Restaurierung dauerte es nur 16 Jahre, ehe 1970 erneut ein Kapellenabriss thematisiert wurde. Aufgrund des stark zugenommenen Verkehrs wurde die Kapelle mehr und mehr zu einem Hindernis. Alternativen wie eine Umgehungsstraße waren zu teuer, jedoch sprach sich der Landeskonservator in Mainz eindeutig gegen einen Abriss aus, so dass eine Lösung aussichtslos schien. | |||
Als jedoch in der Nähe des bisherigen Kapellenstandorts ein Grundstück frei würde, kam 1977 die Idee auf, die Kapelle dorthin zu verschieben. Dieses Vorhaben konnte 1982 umgesetzt werden. Am Freitag, dem 23. April 1982, wurde die Kapelle zunächst etwa sechs Meter in südlicher Richtung versetzt. Am Montag, dem 26. April 1982, erfolgte dann eine Drehung um 90 Grad und sie wurde noch einige Meter nach Westen zu ihrem heutigen Standort gezogen. | |||
→ ''Siehe auch: [[Kapellenversetzung 1982]]'' | |||
== Umgebung == | |||
Am unteren Ende der [[Berkumer Straße]] sind Pflastersteine in den Boden eingelassen. Diese deuten den Grundriss der Kapelle an ihrem ursprünglichen Standort an. | |||
Die Wasserpumpe, die früher links neben der Kapelle stand, wurde auf dem neu geschaffenen Kapellenvorplatz aufgestellt. Als Auffangbecken dient ein behauener Stein, der bei der [[Kapellenversetzung 1982|Versetzung]] im Fundament gefunden wurde. | |||
Hinter der Kapelle wurde das 1988 fertiggestellte [[Feuerwehrhaus]] von Birresdorf errichtet.<ref>Ottmar Prothmann: „Geschichte des Feuerlöschwesens in Birresdorf“ in „75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Birresdorf 1922–1997“; Festschrift von 1997</ref> | |||
== Hubertustag == | |||
Der 3. November ist der Hubertustag<ref>Vgl. {{wp|Hubertustag}}</ref> und wird auch in Birresdorf gefeiert. Dabei erfolgt in der Kapelle eine Brotsegnung. | |||
{{Quellen}} | |||
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Version vom 19. Februar 2011, 17:25 Uhr
Die Hubertuskapelle ist das Wahrzeichen von Birresdorf. Die Kapelle wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet und ist das älteste Gebäude im Ort. Sie ist dem heiligen Hubertus geweiht. An ihrem heutigen Standort steht sie nach einer aufwändigen Versetzung erst seit 1982.
Geschichte
Dieser Abschnitt stellt nur einen groben Abriss der Kapellengeschichte dar. Weit ausführlicher ist sie in der 1996 erschienenen Festschrift Hubertuskapelle in Birresdorf - Mittelpunkt der Dorfgeschichte von Ottmar Prothmann dargestellt, die für den folgenden Text als Grundlage diente.
Bau und Einweihung
Eingeweiht wurde die Kapelle am 25. Mai 1671, ihr Bau dürfte jedoch bereits ein Jahrzehnt zuvor begonnen haben. Die damals etwa 120 Einwohner von Birresdorf wählten den heiligen Hubertus[1] zu ihrem Patron. Heute ist Hubertus zwar eher als Patron der Jäger bekannt, doch damals wurde er hauptsächlich zum Schutz gegen die Tollwut angerufen, die auch Hubertus-Krankheit genannt wird.
Bemühungen um einen Neubau
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erstmals Rufe nach einem Neubau der Kapelle laut. Gerade äußerlich war sie stark renovierungsbedürftig und so wurde am 21.02.1921 ein Kapellenbau-Verein gegründet. Ein Bauplatz wurde zwar an der Ecke Berkumer Straße / Im Ort (vgl. Alter Spielplatz) gefunden, aber die Geldentwertung[2] ließ diesen ersten Anlauf scheitern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bemühungen um einen Neubau zunächst wieder aufgenommen, jedoch erneut wegen Finanzierungsschwierigkeiten verworfen und gegen Ende der 1940er Jahre eine Renovierung ins Auge gefasst.
Dann bot der Bankier und Besitzer des Bentgerhofs Hermann Josef Abs an, sich an einem Neubau zu beteiligen, wenn er im Gegenzug die Kapelle abtragen und vollständig am Bentgerhof wiedererrichten dürfe. Er wollte sie vermutlich als Grabstätte für sich und seine Frau nutzen. Dies wurde jedoch abgelehnt, da insbesondere die Hubertusjagd wieder in einem Neubau angebracht werden sollte.
Schließlich wurde die Kapelle 1953/54 vollständig restauriert. Ein Jahr später, am 30.10.1955, wurde eine neue Glocke eingeweiht und eine neue Hubertusstatue fertiggestellt.
Versetzung der Kapelle
Nach der Restaurierung dauerte es nur 16 Jahre, ehe 1970 erneut ein Kapellenabriss thematisiert wurde. Aufgrund des stark zugenommenen Verkehrs wurde die Kapelle mehr und mehr zu einem Hindernis. Alternativen wie eine Umgehungsstraße waren zu teuer, jedoch sprach sich der Landeskonservator in Mainz eindeutig gegen einen Abriss aus, so dass eine Lösung aussichtslos schien.
Als jedoch in der Nähe des bisherigen Kapellenstandorts ein Grundstück frei würde, kam 1977 die Idee auf, die Kapelle dorthin zu verschieben. Dieses Vorhaben konnte 1982 umgesetzt werden. Am Freitag, dem 23. April 1982, wurde die Kapelle zunächst etwa sechs Meter in südlicher Richtung versetzt. Am Montag, dem 26. April 1982, erfolgte dann eine Drehung um 90 Grad und sie wurde noch einige Meter nach Westen zu ihrem heutigen Standort gezogen.
→ Siehe auch: Kapellenversetzung 1982
Umgebung
Am unteren Ende der Berkumer Straße sind Pflastersteine in den Boden eingelassen. Diese deuten den Grundriss der Kapelle an ihrem ursprünglichen Standort an.
Die Wasserpumpe, die früher links neben der Kapelle stand, wurde auf dem neu geschaffenen Kapellenvorplatz aufgestellt. Als Auffangbecken dient ein behauener Stein, der bei der Versetzung im Fundament gefunden wurde.
Hinter der Kapelle wurde das 1988 fertiggestellte Feuerwehrhaus von Birresdorf errichtet.[3]
Hubertustag
Der 3. November ist der Hubertustag[4] und wird auch in Birresdorf gefeiert. Dabei erfolgt in der Kapelle eine Brotsegnung.
Quellen
- ↑ Vgl. Wikipedia:Hubertus von Lüttich
- ↑ Vgl. Wikipedia:Deutsche Inflation 1914 bis 1923
- ↑ Ottmar Prothmann: „Geschichte des Feuerlöschwesens in Birresdorf“ in „75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Birresdorf 1922–1997“; Festschrift von 1997
- ↑ Vgl. Wikipedia:Hubertustag
