Geschichte des Dorfgemeinschaftshaus
Geschichte des Dorfgemeinschaftshauses und des Trägervereins
Im Frühjahr 1999 machten sich die Birresdorfer Bürger auf die Suche nach einem geeigneten Standort, auf dem ein neuer Dorfsaal und Räume für die Jugend entstehen könnten. Bei dieser Ortsbegehung wurden mehrere mögliche Grundstücke ins Auge gefasst. Eines der in Frage kommenden Grundstücke lag zwischen der Remagener Straße und dem Ende der Straße „Im Vogelsang“.
Zu diesem Zeitpunkt wurde erstmals über die Gründung einer Trägergemeinschaft nachgedacht, die das Projekt Dorfgemeinschaftshaus vorantreiben sollte. 2003 konkretisierten sich dann die Pläne für das Dorfgemeinschaftshaus, kurz DGH genannt, an der Remagener Straße zu bauen. Parallel dazu gründete sich im Jahr 2003 der Trägerverein mit der Aufgabe, den Bau voranzutreiben und später das Haus zu unterhalten und zu betreuen. Vorsitzende waren damals Bernd Heller und Jürgen Thun.
Aus den Reihen der Anlieger regte sich bereits kurz nach der Veröffentlichung der Pläne Widerspruch. Die Bürger befürchteten hohes Verkehrsaufkommen und Lärm durch die Nutzung des Hauses. Der Gegenvorschlag, ein Haus zwischen zwei Dörfern (und für zwei Dörfer) zu bauen, wurde verworfen. Die Politiker sahen darin große Schwierigkeiten in der Verwaltung des Gebäudes. Jede Dorfgemeinschaft möchte in seinem Dorf die Feste feiern und nicht weit außerhalb. Letztlich wurde der Plan für den Bau an der vorgesehenen Stelle aufgegeben. Der gegründete Verein wurde auf Grund der fehlenden Basis erst mal wieder aufgegeben. Die Bürger machten sich erneut auf die Suche nach einem geeigneten Standort. Im Jahr 2004 kam aus den Reihen der CDU der Vorschlag, den „Alten Spielplatz“, der in der Dorfmitte lieg, als Standort zu nutzen, mit der Überlegung auch einen kleinen Dorfladen in dem Gebäude unterzubringen. Erste Pläne wurden erstellt und unter den Dorfbewohnern kontrovers diskutiert.
Mitten in diese Überlegungen startete im Jahr 2005 in Birresdorf das Institut für Regionalmanagement das Verfahren einer Dorferneuerung.
Zeitgleich machte die Familie Heinz Schäfer der Gemeinde das Angebot, ihren Hof, der zentral im Ort liegt, zu kaufen. Die Familie plante mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb an den Ortsrand auszusiedeln, da die Nutzfläche des alten Hofes nicht mehr zeitgemäß war. Die zentrale Lage mitten im Dorf kam den Vorstellungen und Planungen des Ortsausschusses sehr nahe. Die neue Situation wurde dann beim ersten Treffen zur Dorferneuerung, an dem zahlreiche Birresdorfer Bürger teilnahmen, bekannt gegeben.
Bei diesem Treffen wurde einmal mehr deutlich wie wichtig den Birresdorfer Bürgern die Errichtung eines neuen Dorfgemeinschaftshaus ist. Dieser Wunsch nach „Gemeinschaft“ wurde Karneval 2006 besonders deutlich. Die Dorfgemeinschaft baute erstmals einen Karnevalswagen. Traktor nebst Hänger und die Halle zum Bauen stellte Heinz Schäfer zur Verfügung. Zahlreiche Birresdorfer Bürger beteiligten sich an dieser „Dorfgemeinschaftstruppe“ die mit rund 100 Teilnehmern, bestehend aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Gemeinschaft demonstrierten, die ein neues „Zuhause“ benötigt.
Diese Aktionen wurden mit dem entsprechenden politischen Druck und dem Ziel, den zentral gelegenen Hof Schäfer zu erwerben, in den folgenden Jahren fortgesetzt.
Der Kauf des Schäfer-Hofes nahm in der Folgezeit immer mehr Konturen an. Aufgrund der konkreten Planung wurde der Trägerverein am 28.11.2006 in seiner heutigen Struktur neu gegründet und in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen.
Wolfgang Remmert wurde in der Gründungsversammlung einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Vorstandsmitglieder der ersten Stunde waren Günter Tielenius, Rainer Skwirblies, Maria Drolshagen, Gertrud Ziegenhals und Marietta Vormann. Aktive Arbeit mit allen Beteiligten führte dazu, dass im Juli 2007 der Gemeinderat in seiner Sitzung den Kauf des Hofes Schäfer mit großer Mehrheit beschloss. Zahlreiche Birresdorfer Bürger erschienen zur öffentlichen Sitzung, um ihrem Anliegen durch ihre Anwesenheit bei dieser für Birresdorf so wichtigen Entscheidung Nachdruck zu verleihen. Der Einsatz der Birresdorfer wurde von vielen Gemeinderatsmitgliedern positiv zur Kenntnis genommen.
Spontan hatten sich an diesem Tag einige Bürger im Hof Schäfer eingefunden und erwarteten gespannt die Nachrichten aus der Gemeinderatssitzung. Nach Verkündigung der positiven Abstimmung konnten an diesem Abend die Sektkorken knallen, um diesen ersten Teilerfolg zu feiern.
Politische Entscheidungen und deren Umsetzung benötigen immer viel Zeit und so dauerte es bis August 2009, bis die Arbeiten begannen. In diesem August wurden die alten Gebäudeteile abgerissen, um für den Neubau des Saales Platz zu schaffen.
Am 14. Dezember 2009 erfolgte unter großer Anteilnahme der Bürger der obligatorische „Erste Spatenstich“ durch Vertreter der Politik und des Trägervereins.
Mit Ende der Winterpause begann im März 2010 die Phase des Neubaus. Der Baugrund wurde verfüllt, die Bodenplatte gegossen und dann ging es rasch mit dem Aufbau des Gebäudes bis zum Sommer weiter. Nachdem der Rohbau stand, gab es immer wieder Verzögerungen des Innenausbaus, so dass der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Der frühe Wintereinbruch brachte zusätzliche Verzögerung mit sich.
Neben den öffentlich ausgeschriebenen Bauarbeiten gab es auch eine Menge an Arbeiten, die als „Eigenleistung“ von den Birresdorfer Bürgern, den Vereinen inkl. der Feuerwehr mit großem Einsatz erbracht wurde.
Allerdings war der Kreis derer, die sich an den Arbeiten beteiligte, sehr überschaubar. Trotz der Umstände ist es dieser Truppe gelungen, die Elektroarbeiten, den Trockenbau, die Fliesen- und Malerarbeiten sowie die Pflasterarbeiten im Hof und der Anlieferung zur vollsten Zufriedenheit aller professionell fertig zu stellen. . Daneben wurden unzählige kleine Arbeiten verrichtet die der Erhaltung und dem Neubau eines solch großen Anwesens bedürfen. Der Versuch den Jugendlichen des Dorfes einen in Eigenregie geführten Raum zur Verfügung zu stellen wurde zwischenzeitlich wegen Unregelmäßigkeiten wieder beendet. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist der Trägerverein zuversichtlich, dass der Saal im Juni durch den Bürgermeister eingeweiht werden kann und anschließend für die Bürger zur Verfügung steht.