Duzz, duzz, danz
Ein altes Lied über das „Duzze“.
St. Mähte, St. Mähte, dat wor ne joode Mann.
Er delt senge Mandel met enem ärme Mann.
Diwe, diwe, dei, jäff me en ahl Seih.
Duzz, duzz, danz, jäff me en ahl Schanz.
Jäff me en ahl Mähtesschanz.
Der Mähte wor ene joode Mann.
Jitte watte wehre kann.
E halef Hohnebüschstrüh,
kükerüküküh.
Vermutlich bis ins erste Drittel oder möglicherweise die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war das „Duzze“ zu St. Martin in Birresdorf Tradition. Das Wort lässt sich am ehesten mit „Betteln“ übersetzen – allerdings nicht in einem allgemeinen, sondern in einem recht speziellen Sinn. Kinder und Jugendliche zogen etwa drei Tage vor dem St. Martinsfest durch das Dorf, sangen obiges Lied und baten um Brennbares für das Feuer. Ein Versuch einer wörtlichen Übersetzung:
St. Martin, St. Martin, das war ein guter Mann. Er teilte seinen Mantel mit einem armen Mann. Dideldideldei, gibt mir einen alten Korb. Bettel, bettel, tanz, gib mir ein altes Reisigbündel. Gib mir ein altes St. Martins-Reisigbündel. Der (St.) Martin war ein guter Mann. (Aufforderung:) Gibt er, was er (ent-)behren kann. Ein halbes Hühnerbüschel Stroh (kleines Büschel Stroh), kickeriki.
Eingesammelt wurden demnach hauptsächlich Reisigbündel („Schanzen“) oder Bündel mit Stroh („Hohn“ = Huhn; „Höhne“ = Hühner; „Hohnebüsch“ = kleines Bündel). Zusätzlich wurden dazu Bäume geschlagen und das gesamte Material auf einem Acker zu einem Haufen aufgetürmt.
Quellen
- Mündliche Auskunft von Veronika (geb. Harzem) und Josef Engels und Maria Fleischhauer (geb. Harzem).
- Dietmar Pertz: „Vor 100 Jahren: Erster organisierter St. Martinszug in Rheinbach“. Stadtarchiv Rheinbach. www.rheinbach.de/pdf/st_martin_kug_12_03.pdf