Kötten

Aus Birresdorf
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Das Kötten ist ein Brauch, der bis Ende der 1950er Jahre in Birresdorf ausgeübt wurde. Kötten bedeutet Betteln oder Bitten. Am Karnevalsdienstag zogen Kinder zum Kötten von Haus zu Haus. Dabei sangen sie ein „Köttlied“ (s.u.) und bettelten um Süßigkeiten, Äpfel, Waffeln oder Geld (Groschen und Pfennige). Die Kinder sangen dieses Lied so lange bis ihnen die Tür geöffnet wurde und eine kleine Gabe in ihre Tüte wanderte. Meistens wurden die Kinder freundlich begrüßt. Doch es gab auch Häuser, wo die Kinder beschimpft und weggejagt wurden. In früheren Zeiten bestand die Verkleidung oft nur aus einem Hut und einem Stück Gardine vor dem Gesicht. Der Karnevalsdienstag wurde vermutlich für dieses Kötten gewählt, weil am nächsten Tag die Fastenzeit begann. Die Kinder nutzten diesen letzten Tag davor, um noch einmal viel Süßes zu essen. Ab Aschermittwoch wurden die Bonbons in vielen Familien in einer Dose gesammelt und bis Ostern aufgehoben.

Köttlied

Huh Fastelowend, jämme a Stöck vom Brohde.
Jämme a Stöck vom decke Speck.
Loß mech ens kohre, wie dat schmäck.
Huh Fastelowend, jämme a Stöck vom Brohde.

Sinngemäße Übersetzung ins Hochdeutsche:

Hey Karneval, gib´ mir ein Stück vom Braten.
Gib mir ein Stück vom fetten Speck.
Lass mich mal probieren, wie das schmeckt.
Hey Karneval, gib mir ein Stück vom Braten.

Siehe auch

Quellen