Birresdorf Internet-beruhigter Bereich
Birresdorf: Internet-beruhigter Bereich
Wir befinden uns im Jahre 2011 n. Chr. Ganz Deutschland ist mit DSL versorgt ... Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Grafschaftern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Fortschritt Widerstand zu leisten.
Zufrieden mit seinem aktuellen Internet-Zugang scheint in Birresdorf niemand so richtig zu sein. Einige Bürger sind zwar mit DSL versorgt, doch zumeist in der „light“-Variante. Nur wenige Glückliche surfen mit „tausender DSL“ – gemeint sind Leitungen, die gerade einmal 1000 Kilobit in der Sekunde in Empfangsrichtung übertragen.
Doch eine Lösung schien in Sicht. Die Gemeinde Grafschaft hatte bereits ein Programm des Landes Rheinland-Pfalz genutzt und Leerrohre bei anfallenden Erdarbeiten verlegen lassen. Ein mittelständische Unternehmen (bn:t / Blatzheim Networks Telecom GmbH) bot an, eigene Glasfaserleitungen durch diese Leerrohre nach Birresdorf zu legen und Verteilerkästen aufzustellen, mit denen eine moderne Breitbandversorgung ermöglicht würde. Darüber wurde Anfang Februar vor Ort informiert. Gut 120 Birresdorfer waren gekommen und schienen äußerst interessiert daran, zukünftig mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde surfen zu können – nominell also etwa 130-mal so schnell wie „DSL-Light“.
Umso unverständlicher ist es, dass bisher nicht einmal die Hälfte der notwendigen Verträge unterzeichnet wurde. Als Untergrenze für das Zustandekommen des DSL-Projekts für Birresdorf hatte bn:t den Abschluss von 150 Verträgen bis zum 09.03.2011 festgelegt. Ortsvorsteher Klaus Huse meint dazu: „Ich wäre jede Wette eingegangen, dass die BirresdorferInnen zukunftsorientierter sind.“ Bleibt zu hoffen, dass es an diesem Aschermittwoch kein böses Erwachen gibt, denn wenn dieses Projekt scheitert, wird wohl in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten niemand mehr Interesse haben, in die Birresdorfer Infrastruktur zu investieren.