Geschichte der Feuerwehr

Aus Birresdorf
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Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Birresdorf

Wie es zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Birresdorf kam und wer die ersten Mitglieder waren, ist nicht mehr bekannt. Lediglich ein Beschluss des Gemeinderates vom 01. September 1922, mit dem der neugegründeten Feuerwehr 5.000 Mark für die Beschaffung der notwendigen Feuerlöschgeräte bewilligt wurden, ist ein klarer Nachweis für das Gründungsdatum. Da die vorige Sitzung des Gemeinderates am 24. März stattfand, ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Gründung zwischen diesen beiden Daten erfolgte. Im Jahre 1925 hatte die Feuerwehr bereits 33 Mitglieder in Birresdorf. Diese Anzahl war ein deutlicher Ausdruck für die damalige Aufbruchstimmung. Gebremst wurde dieser Schwung jedoch durch die miserable Finanzlage der Gemeinde, die Mühe hatte, für die Ausrüstung der Feuerwehr zu sorgen.

Ab dem Machtwechsel durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 bekam das „Freiwillige“ der Feuerwehr eine andere Bedeutung und es herrschte ein militärischer Drill. Übungen vor der sonntäglichen Frühmesse gab es nicht an der Spritze, vielmehr wurde marschiert. Mit Beginn des Krieges löste sich die Feuerwehr langsam auf, da fast alle Männer zur Wehrmacht eingezogen wurden.

Nachdem am 7. März 1945 amerikanische Truppen auf ihrem Weg zum Rhein auch den Ort Birresdorf eingenommen hatten, war der Krieg hier zu Ende. Das Dorf hatte ihn ohne Zerstörungen überstanden. Langsam normalisierte sich das Leben wieder und man konnte an die Reorganisation der Feuerwehr denken, die im Krieg wegen der fehlenden Männer geruht hatte. Ab Februar 1946 bestand die Löschgruppe Birresdorf wieder, allerdings waren es alles Neulinge bis auf Georg Schäfer, der schon vorher in der Feuerwehr war. Die weiteren Männer waren: Michael Baur, Stefan Harzem, Josef Profittlich, Josef Münch, Josef Nettekoven, Josef Kreuzberg und Anton Engels. Die Führung der Löschgruppe übernahmen die beiden Ältesten, Michael Baur und Stefan Harzem.

Nach der Neu-Gründung ging es allerdings nicht so recht weiter, da die Besatzungsmacht jegliche Übungen verboten hatte, aber auch die notwendigen Feuerlöschgeräte fehlten. Hinzu kam, dass die Wehrführer nicht ausgebildet waren und so auch nicht ihre Leute schulen konnten. Hierzu wurde von Seiten der Landesregierung im Jahr 1953 eine Feuerwehrfachschule in Kirchheimbolanden eingerichtet. Die Wehrführer und ihre Stellvertreter wurden verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren dort an einer Schulung teilzunehmen. Aus finanziellen Gründen scheint jedoch keiner daran teilgenommen zu haben.

Trotz der fehlenden Schulung der Leiter begannen die geregelten allgemeinen Übungsstunden für die Feuerwehrleute im Oktober 1948. Diese Übungsstunden beinhalteten einen allgemeinen Teil sowie die Unterweisungen an Geräten und Feuerlöscheinrichtungen und sollten jeden Monat einmal an einem festen Termin stattfinden. Da die Feuerwehrmänner kein großes Interesse hatten, wurden diejenigen, die bei den Übungen fehlten, vom Bürgermeister aufs Rathaus zitiert und persönlich ermahnt, an den Übungen teilzunehmen.

Wie war die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren?

Zu frühestens Zeiten bestand die Ausrüstung zur Brandbekämpfung aus ledernen Eimern, Leitern und Einreißhaken. Diese Gerätschaften wurden zu diesem Zeitpunkt von den männlichen Bewohnern des Dorfes bezahlt, und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem sie in die Dorfgemeinschaft aufgenommen wurden, weil sie entweder einen eigenen Hausstand gründeten bzw. von außerhalb zuzogen. 1863 gab es dann eine große Wende. Es wurde im Birresdorfer Gemeinderat beschlossen, eine Brandspritze zu kaufen, ein Spritzenhaus zu erbauen und einen zweiten Löschteich anzulegen. Die im gleichen Jahr gekaufte Handspritze wurde hundert Jahre lang, also bis ins Jahr 1957 eingesetzt und befindet sich bis heute im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr. Das Spritzenhaus wurde an der heutigen „Berkumer Straße“ innerhalb kurzer Zeit errichtet. Der zweite Brandweiher wurde im Jahr 1850 an der Brunnenstelle „Lennesse Pötz“ geplant. Dieser Brunnen liegt an der Ecke Berkumer Straße/Am Schalloch. Aus dem Plan wurde nichts, statt dessen plante der Gemeinderat viele Jahre später, dort eine Pumpe auf den Brunnenschacht zu setzen. Im Jahr 1957 wurde das gemeinsame Gruppenwasserwerk für die drei Gemeinden Birresdorf, Leimersdorf und Nierendorf fertiggestellt. Die Quelle hierfür lag am Bach bei Niederich, die durch die Tongrube Linden verschwunden ist. Lediglich der Hochbehälter oberhalb von Birresdorf an der Straße nach Werthhoven ist erhalten und noch heute in Gebrauch. Ab dieser Zeit gab es acht Hydranten über das Dorf verstreut, an welche man die Schläuche anschließen konnte. Traurig bestellt war es auch um die Löschgeräte. 90 Prozent der Schlauch- und Löschmaterialien war nach dem Krieg verschwunden. 1952 gab es in Birresdorf wieder Schläuche, die alte Handspritze, zwei Brandhaken und eine Ausziehleiter.

Im Februar 1957 wurde in Birresdorf die erste Motorspritze geliefert. Sie wurde zuerst auf einer Handkarre, später von einem Traktor gezogen. Bis zum Ende der Gemeinde Birresdorf im Jahre 1974 konnte die Gemeinde nur kleineres Zubehör für die Feuerwehr beschaffen.

Ebenso konnte aus finanziellen Gründen die notwendige Schutzkleidung nur nach und nach gekauft werden, eine Ausgehuniform gab es gar nicht. Im Jahr 1965 beschloss man, für die Mitglieder Tuchuniformen mit Mützen anzuschaffen. Da das Geld dazu fehlte, bat man Bankier Abs, Besitzer des Bentgerhofs um eine Spende. Diese wurde gewährt, aber nur bei Gegenleistung: Rüben hacken.

Die Alarmierung der Feuerwehr im Brandfall geschah früher durch die Glocke der Kapelle, die der erste läutete, der den Brand entdeckte. Der für die Alarmierung verantwortliche Feuerwehrmann blies daraufhin das Horn. Heinrich Müller, dem diese Aufgabe schon bei seinem Eintritt zu Anfang der 50er Jahre zugefallen war, fuhr mit dem Fahrrad oder später mit dem Moped durch das Dorf und an bestimmten Stellen das Alarmzeichen per Horn gab. Seit Februar 1974 erfolgt die Alarmierung durch die Sirene und in jüngster Zeit auch über Handy.

Von 1985 bis 1988 wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut, das im Juli 1988 eingeweiht wurde. Dieses Feuerwehrhaus beinhaltet nicht nur einen Raum für die Gerätschaften, sondern im oberen Geschoß einen Versammlungsraum, der von allen Birresdorfern zu verschiedenen Anlässen genutzt wird. Ebenso erhielt die Löschgruppe zum Sommerfest 1996 zwei neue Einsatzfahrzeuge.

Seit Frühjahr 1997 besitzt Birresdorf auch eine Jugendfeuerwehr, zu der am Anfang sieben Mitglieder, darunter zwei Mädchen, gehörten. Zur Zeit besteht die Jugendfeuerwehr aus 12 Mitgliedern und werden von Caroline und Marc Ziegenhals betreut und unterrichtet.

Die aktuelle Feuerwehr besteht zur Zeit aus 23 Mitgliedern, darunter befinden sich auch 2 Frauen. Löschgruppenführer ist Franz Müller, der seine „Mannen“ an jedem ersten Samstag und Mittwoch im Monat zu den Übungen zusammenholt. Außerdem gibt es gemeinsame Ausflüge und Feiern, wie Sommerfest und die interne Weihnachtsfeier für alle Aktiven und ihre Frauen.