„Augenbohne“ – Versionsunterschied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
[ungesichtete Version][gesichtete Version]
Inhalt gelöscht Inhalt hinzugefügt
Schewek (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
K form
 
(135 dazwischenliegende Versionen von 93 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe [[Wikipedia:Taxoboxen]]. -->
Die '''Augenbohne''' (botanisch <i>Vigna unguiculata</i> (L.) Walp., ssp. <i>unguiculata</i>) ist eine Nutzpflanze aus der [[Familie]] der [[Schmetterlingsblütler]] (''Fabaceae''), auch [[Leguminosen]] genannt.
{{Taxobox
Sie ist nahe verwandt zu einer Reihe anderer [[Bohne|Bohnen]] genannter Feldfrüchte.
| Taxon_Name = Augenbohne
Sie wird auch Kuhbohne genannt.
| Taxon_WissName = Vigna unguiculata
Unterarten sind die [[Catjang-Bohne]] oder [[Angolabohne]], und die [[Spargelbohne]] oder [[Langbohne]].
| Taxon_Rang = Art
| Taxon_Autor = ([[Carl von Linné|L.]]) [[Wilhelm Gerhard Walpers|Walp.]]
| Taxon2_WissName = Vigna
| Taxon2_Rang = Gattung
| Taxon3_Name = Schmetterlingsblütler
| Taxon3_WissName = Faboideae
| Taxon3_Rang = Unterfamilie
| Taxon4_Name = Hülsenfrüchtler
| Taxon4_WissName = Fabaceae
| Taxon4_Rang = Familie
| Taxon5_Name = Schmetterlingsblütenartige
| Taxon5_WissName = Fabales
| Taxon5_Rang = Ordnung
| Taxon6_Name = Eurosiden I
| Taxon6_Rang = ohne
| Bild = Vigna unguiculata Blanco2.285.png
| Bildbeschreibung = Augenbohne (''Vigna unguiculata'' subsp. ''unguiculata'')
}}


Die '''Augenbohne''' (''Vigna unguiculata''), auch '''Kuhbohne''', '''Schwarzaugenbohne''' oder '''Schlangenbohne''' genannt, ist eine [[Nutzpflanze]] aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Hülsenfrüchtler]] (Fabaceae). Vier Unterarten sind anerkannt:
Die Augenbohne stammt vermutlich aus [[Afrika]], und wird seit mehr als 2500 Jahren in Indien und in Zentralafrika kultiviert. Heute wird sie in vielen warmen und trockenen Gebieten angebaut.


* ''Vigna unguiculata'' subsp. ''dekindtiana'', die den Nutzpflanzen verwandte Wildform
Die Augenbohne bildet einen bis zu 1 m hohen Strauch.
* ''Vigna unguiculata'' subsp. ''unguiculata'', cultivated, dieser Artikel (Engl. black-eyed pea)
Die Pflanze hat etwa 15 cm lange Schoten, mit erbsengroßen, etwas ovalen Samen von unterschiedlicher Farbe (beige, rot, schwarz), mit einem ausgeprägten Fleck (Auge).
* ''Vigna unguiculata'' subsp. ''cylindrica'', cultivated, [[Catjangbohne]]
* ''Vigna unguiculata'' subsp. ''sesquipedalis'', cultivated, [[Spargelbohne]]


== Merkmale ==
Man kann die Blätter und grünen Bohnen als [[Gemüse]] benutzen, oder die getrockneten Bohnen verwenden.
Die Augenbohne ist eine [[einjährige Pflanze]]. Ihr Habitus ist recht variabel und reicht von aufrecht über halb-aufrecht über niederliegend bis kletternd. Der Wuchstyp reicht von undeterminiert bis determiniert, wobei vor allem die nicht-rankenden Formen determiniertes Wachstum zeigen. Sie haben eine ausgeprägte [[Pfahlwurzel]], die 8&nbsp;Wochen nach der Aussaat 2,4 m tief reichen kann.


Die [[Blatt (Pflanze)|Blätter]] sind dreiteilig. Sie sind glatt, stumpf bis glänzend und selten behaart. Das endständige Blättchen ist häufig länger und größer als die beiden seitlichen. Blattgröße und -form sind sehr variabel. Ab Mittag richten sich die Blätter parallel zur einfallenden [[Sonnenstrahlung]] aus und entgehen so dem größten Teil der einfallenden [[Strahlungsintensität]].<ref>{{Literatur |Autor=K. A. Schakel, A. E. Hall |Titel=Reversible Leaflet Movements in Relation to Drought Adaptation of Cowpeas, Vigna unguiculata (L.) Walp |Sammelwerk=Functional Plant Biology |Band=6 |Nummer=3 |Datum=1979 |Seiten=265–276 |ISSN=1445-4416 |DOI=10.1071/pp9790265}}</ref>
Die Proteinzusammensetzung der reifen Bohnen ist nicht hochwertig.

Die [[Blüte]]n stehen in mehrfachen [[Rispe]]n an 20 bis 50 cm langen [[Blütenstandsstiel]]en, die in den Blattachseln entspringen. Pro Blütenstand werden zwei bis drei [[Hülsenfrucht|Hülsen]] gebildet, auch vier oder mehr kommen vor. Die Blüten stehen deutlich über den Blättern und enthalten auch [[Nektarium|Nektarien]], um Insekten anzulocken. Dennoch herrscht [[Selbstbestäubung]] vor.

Die Hülsen sind glatt und 15 bis 25 cm lang. Sie sind zylindrisch und etwas gekrümmt. Zur Nutzungsreife als Gemüse sind die Hülsen grün, gelb oder purpurn, zur Trockenreife werden die zunächst grünen und gelben Formen braun. Die [[Samen (Pflanze)|Samen]] sind nierenförmig. Die Samenoberfläche ist glatt oder runzelig, die Farbe kann weiß, cremefarben, grün, rot, braun oder schwarz sein. Häufig haben sie ein „Auge“, das heißt, der weiße Nabel ([[Hilum]]) ist von einer anderen Farbe umrandet.

Die [[Chromosomenzahl]] beträgt 2n = 22 und zwar für die Unterarten ''Vigna unguiculata'' subsp. ''unguiculata'', ''Vigna unguiculata'' subsp. ''cylindrica'' und ''Vigna unguiculata'' subsp. ''sesquipedalis''.<ref name="IPCN" />

== Inhaltsstoffe ==
100 g reife Samen enthalten im Durchschnitt 24,8 g [[Protein]], 1,9 g Fett, 6,3 g Fasern und 63,6 g [[Kohlenhydrate]]. An Vitaminen sind 0,74 mg [[Thiamin]], 0,42 mg [[Riboflavin]] und 2,8 mg [[Niacin]] enthalten. Das Protein ist relativ reich an den Aminosäuren [[Lysin]] und [[Tryptophan]], aber relativ arm an [[Methionin]] und [[Cystein]].

== Geschichte ==
[[Datei:BlackEyedPeas.JPG|mini|Augenbohnen]]
[[Datei:Augenbohne.JPG|mini|Rote Augenbohne]]
Die Augenbohne ist in Afrika und Indien beheimatet. Wildformen stammen aus Namibia, Botswana, Sambia, Zimbabwe, Mozambique, Swaziland und Südafrika<ref name="Bir">Bir Bahadur Singh, ''Cowpea: The Food Legume of the 21st Century''. Madison, Crop Science Society of America 2014, S. 4–6, ISBN 978-0-891-18621-2, [[doi:10.2135/2014.cowpea]].</ref>. Der Anbau in Westafrika begann zwischen 1700 und 1500 BCE<ref name="Bir" />, vermutlich wurde sie aber viel früher eingeführt, da sich in Südasien zahlreiche lokale Sorten entwickelt haben.

Ca. 1675 wurde die Augenbohne als billige Nahrung für Sklaven von Westafrika nach [[Jamaika]] eingeführt, von wo sie ca. 1700 nach [[Florida]] und dann in die weiteren [[Südstaaten]] Nordamerikas gelangte.<ref name="Bir" /> Die erste Schriftquelle für die Bezeichnung "cow pea" stammt von 1798 aus Nordamerika. Dort waren auch die Bezeichnungen “pease”, “corn-field pease” “southern pea,” “crowder pea” und “black-eyed pea” üblich.<ref name="Bir" /> Angeblich im amerikanischen Bürgerkrieg wurde die Augenbohne in den Südstaaten auch als Nahrungsmittel für Weiße bedeutsam, da die Felder nicht von feindlichen Soldaten abgebrannt werden konnten bzw. von den Nordstaatlern nicht als Nahrungsmittel erkannt wurden.<ref name="Bir" />

== Anbau ==
Die Augenbohne wird heute in Afrika, Lateinamerika, Südostasien sowie im Süden der USA angebaut. Sie ist vor allem in den feuchten Tropen, aber auch in temperierten Gebieten verbreitet. Hitze und Trockenheit werden gut vertragen, Frost dagegen wird nicht toleriert, kühle Temperaturen verlangsamen das Wachstum deutlich. Der Ertrag steigt deutlich mit der Wasserversorgung, etwa Bewässerung. Auch unter trockenen Bedingungen liefert die Augenbohne noch gute Erträge, worauf ihre große Bedeutung in vielen Gebieten zurückgeht. An den Boden stellt die Augenbohne keine besonderen Anforderungen, am besten gedeiht sie auf gut drainierten sandigen bis sandig-lehmigen Böden bei [[pH-Wert]]en zwischen 5,5 und 6,5.

== Nutzung ==
Die Augenbohne wird in allen Wachstumsstadien als Gemüsepflanze genutzt. Junge grüne Blätter werden in Afrika wie [[Spinat]] als Blattgemüse zubereitet. Unreife Hülsen werden ebenfalls als Gemüse zubereitet. Grüne Samen werden gekocht als Frischgemüse genutzt oder in Konserven verpackt oder tiefgefroren. Reife, trockene Samen werden gekocht oder konserviert. Gekeimte Samen können ähnlich wie [[Mungbohnensprossen]] roh verzehrt werden.

Das Laub wird an Nutztiere verfüttert und ist vielfach das einzige verfügbare hochwertige Tierfutter. In der Qualität kommt es der [[Luzerne]] gleich. Es wird frisch oder trocken verfüttert.

In der [[Bahia|bahianischen Küche]] werden die schwarzen Augen der Bohne entfernt, die Haut der Bohne abgelöst, gemahlen und so zu [[Acarajé]] verarbeitet.

== Systematik ==
Innerhalb der Art ''Vigna unguiculata'' (veraltet ''Vigna sinensis''<ref>[https://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2000/320/original/kuhbohne.htm Kuhbohne, Augenbohne], Uni Gießen, abgerufen am 5. Februar 2022</ref>) werden drei [[Taxon|Taxa]] unterschieden, die entweder als Unterarten oder als Sortengruppen eingestuft werden:<ref>Richard L. Fery: ''New Opportunities in Vigna''. In: J. Janick, A. Whipkey (Hrsg.): ''Trends in new crops and new uses''. ASHS Press, Alexandria, VA, 2002, S. 424–428, [https://hort.purdue.edu/newcrop/ncnu02/pdf/fery.pdf (PDF; 26&nbsp;kB)].</ref>
* Augenbohne: ''Vigna unguiculata'' subsp. ''unguiculata'' oder ''Vigna unguiculata'' Sortengruppe 'Unguiculata'
* [[Catjangbohne]]: ''Vigna unguiculata'' subsp. ''catjang'' oder ''Vigna unguiculata'' subsp. ''cylindrica'' {{Person|(L.) Verdc.}} oder ''Vigna unguiculata'' Sortengruppe 'Biflora'
* [[Spargelbohne]]: ''Vigna unguiculata'' subsp. ''sesquipedalis'' oder ''Vigna unguiculata'' Sortengruppe 'Sesquipedalis'

== Rosch ha-Schana Seder ==
Die Augenbohne wird auf Hebräisch ''Rubiya'' (arabisch: ''lubiya'') genannt und ist, wie Honig und Apfel, ein Bestandteil des [[Seder]]s zu [[Rosch ha-Schana]], dem jüdischen Neujahr.

== Belege ==
* D. W. Davis, E. A. Oelke, E. S. Oplinger, J. D. Doll, C. V. Hanson, D. H. Putnam: ''[https://hort.purdue.edu/newcrop/afcm/cowpea.html Cowpea]'', in: ''Alternative Field Crops Manual'', University of Wisconsin Cooperative or Extension Service, 1991. abgerufen am 18. Juli 2009.

== Einzelnachweise ==
<references>
<ref name="IPCN">{{Tropicos|ID=13035198|WissName=Vigna unguiculata|ProjektID=9}}</ref>
</references>

== Weblinks ==
{{Commonscat|Vigna unguiculata|Augenbohne (''Vigna unguiculata'')}}
{{WestAfricanPlants|Vigna unguiculata}}
* Carly Cassella: [https://www.sciencealert.com/black-eyed-peas-can-sense-the-saliva-of-very-hungry-caterpillars-and-fight-back ''Saliva From Hungry Caterpillars Alerts Cowpea Plants to Turn on Their Defenses''] (de: Speichel von hungrigen Raupen alarmiert Kuhbohnenpflanzen, ihre Abwehrkräfte einzuschalten), auf sciencealert.com, vom 5. Dezember 2020.
* [https://www.oecd.org/officialdocuments/publicdisplaydocumentpdf/?cote=env%2Fjm%2Fmono(2018)36&doclanguage=en ''Consensus Document on Compositional Considerations for New Varieties of COWPEA (Vigna unguiculata): Key Food and Feed Nutrients, Anti-nutrients and Other Constituents.''] (PDF), OECD Series on the Safety of Novel Foods and Feeds No. 30, 2018.

{{Normdaten|TYP=s|GND=4209340-5}}

[[Kategorie:Vigna (Pflanze)]]
[[Kategorie:Fruchtgemüse]]
[[Kategorie:Bohne]]

Aktuelle Version vom 29. März 2024, 10:14 Uhr

Augenbohne

Augenbohne (Vigna unguiculata subsp. unguiculata)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Vigna
Art: Augenbohne
Wissenschaftlicher Name
Vigna unguiculata
(L.) Walp.

Die Augenbohne (Vigna unguiculata), auch Kuhbohne, Schwarzaugenbohne oder Schlangenbohne genannt, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Vier Unterarten sind anerkannt:

  • Vigna unguiculata subsp. dekindtiana, die den Nutzpflanzen verwandte Wildform
  • Vigna unguiculata subsp. unguiculata, cultivated, dieser Artikel (Engl. black-eyed pea)
  • Vigna unguiculata subsp. cylindrica, cultivated, Catjangbohne
  • Vigna unguiculata subsp. sesquipedalis, cultivated, Spargelbohne

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Augenbohne ist eine einjährige Pflanze. Ihr Habitus ist recht variabel und reicht von aufrecht über halb-aufrecht über niederliegend bis kletternd. Der Wuchstyp reicht von undeterminiert bis determiniert, wobei vor allem die nicht-rankenden Formen determiniertes Wachstum zeigen. Sie haben eine ausgeprägte Pfahlwurzel, die 8 Wochen nach der Aussaat 2,4 m tief reichen kann.

Die Blätter sind dreiteilig. Sie sind glatt, stumpf bis glänzend und selten behaart. Das endständige Blättchen ist häufig länger und größer als die beiden seitlichen. Blattgröße und -form sind sehr variabel. Ab Mittag richten sich die Blätter parallel zur einfallenden Sonnenstrahlung aus und entgehen so dem größten Teil der einfallenden Strahlungsintensität.[1]

Die Blüten stehen in mehrfachen Rispen an 20 bis 50 cm langen Blütenstandsstielen, die in den Blattachseln entspringen. Pro Blütenstand werden zwei bis drei Hülsen gebildet, auch vier oder mehr kommen vor. Die Blüten stehen deutlich über den Blättern und enthalten auch Nektarien, um Insekten anzulocken. Dennoch herrscht Selbstbestäubung vor.

Die Hülsen sind glatt und 15 bis 25 cm lang. Sie sind zylindrisch und etwas gekrümmt. Zur Nutzungsreife als Gemüse sind die Hülsen grün, gelb oder purpurn, zur Trockenreife werden die zunächst grünen und gelben Formen braun. Die Samen sind nierenförmig. Die Samenoberfläche ist glatt oder runzelig, die Farbe kann weiß, cremefarben, grün, rot, braun oder schwarz sein. Häufig haben sie ein „Auge“, das heißt, der weiße Nabel (Hilum) ist von einer anderen Farbe umrandet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 und zwar für die Unterarten Vigna unguiculata subsp. unguiculata, Vigna unguiculata subsp. cylindrica und Vigna unguiculata subsp. sesquipedalis.[2]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 g reife Samen enthalten im Durchschnitt 24,8 g Protein, 1,9 g Fett, 6,3 g Fasern und 63,6 g Kohlenhydrate. An Vitaminen sind 0,74 mg Thiamin, 0,42 mg Riboflavin und 2,8 mg Niacin enthalten. Das Protein ist relativ reich an den Aminosäuren Lysin und Tryptophan, aber relativ arm an Methionin und Cystein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Augenbohnen
Rote Augenbohne

Die Augenbohne ist in Afrika und Indien beheimatet. Wildformen stammen aus Namibia, Botswana, Sambia, Zimbabwe, Mozambique, Swaziland und Südafrika[3]. Der Anbau in Westafrika begann zwischen 1700 und 1500 BCE[3], vermutlich wurde sie aber viel früher eingeführt, da sich in Südasien zahlreiche lokale Sorten entwickelt haben.

Ca. 1675 wurde die Augenbohne als billige Nahrung für Sklaven von Westafrika nach Jamaika eingeführt, von wo sie ca. 1700 nach Florida und dann in die weiteren Südstaaten Nordamerikas gelangte.[3] Die erste Schriftquelle für die Bezeichnung "cow pea" stammt von 1798 aus Nordamerika. Dort waren auch die Bezeichnungen “pease”, “corn-field pease” “southern pea,” “crowder pea” und “black-eyed pea” üblich.[3] Angeblich im amerikanischen Bürgerkrieg wurde die Augenbohne in den Südstaaten auch als Nahrungsmittel für Weiße bedeutsam, da die Felder nicht von feindlichen Soldaten abgebrannt werden konnten bzw. von den Nordstaatlern nicht als Nahrungsmittel erkannt wurden.[3]

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Augenbohne wird heute in Afrika, Lateinamerika, Südostasien sowie im Süden der USA angebaut. Sie ist vor allem in den feuchten Tropen, aber auch in temperierten Gebieten verbreitet. Hitze und Trockenheit werden gut vertragen, Frost dagegen wird nicht toleriert, kühle Temperaturen verlangsamen das Wachstum deutlich. Der Ertrag steigt deutlich mit der Wasserversorgung, etwa Bewässerung. Auch unter trockenen Bedingungen liefert die Augenbohne noch gute Erträge, worauf ihre große Bedeutung in vielen Gebieten zurückgeht. An den Boden stellt die Augenbohne keine besonderen Anforderungen, am besten gedeiht sie auf gut drainierten sandigen bis sandig-lehmigen Böden bei pH-Werten zwischen 5,5 und 6,5.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Augenbohne wird in allen Wachstumsstadien als Gemüsepflanze genutzt. Junge grüne Blätter werden in Afrika wie Spinat als Blattgemüse zubereitet. Unreife Hülsen werden ebenfalls als Gemüse zubereitet. Grüne Samen werden gekocht als Frischgemüse genutzt oder in Konserven verpackt oder tiefgefroren. Reife, trockene Samen werden gekocht oder konserviert. Gekeimte Samen können ähnlich wie Mungbohnensprossen roh verzehrt werden.

Das Laub wird an Nutztiere verfüttert und ist vielfach das einzige verfügbare hochwertige Tierfutter. In der Qualität kommt es der Luzerne gleich. Es wird frisch oder trocken verfüttert.

In der bahianischen Küche werden die schwarzen Augen der Bohne entfernt, die Haut der Bohne abgelöst, gemahlen und so zu Acarajé verarbeitet.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Art Vigna unguiculata (veraltet Vigna sinensis[4]) werden drei Taxa unterschieden, die entweder als Unterarten oder als Sortengruppen eingestuft werden:[5]

  • Augenbohne: Vigna unguiculata subsp. unguiculata oder Vigna unguiculata Sortengruppe 'Unguiculata'
  • Catjangbohne: Vigna unguiculata subsp. catjang oder Vigna unguiculata subsp. cylindrica (L.) Verdc. oder Vigna unguiculata Sortengruppe 'Biflora'
  • Spargelbohne: Vigna unguiculata subsp. sesquipedalis oder Vigna unguiculata Sortengruppe 'Sesquipedalis'

Rosch ha-Schana Seder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Augenbohne wird auf Hebräisch Rubiya (arabisch: lubiya) genannt und ist, wie Honig und Apfel, ein Bestandteil des Seders zu Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahr.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D. W. Davis, E. A. Oelke, E. S. Oplinger, J. D. Doll, C. V. Hanson, D. H. Putnam: Cowpea, in: Alternative Field Crops Manual, University of Wisconsin Cooperative or Extension Service, 1991. abgerufen am 18. Juli 2009.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. K. A. Schakel, A. E. Hall: Reversible Leaflet Movements in Relation to Drought Adaptation of Cowpeas, Vigna unguiculata (L.) Walp. In: Functional Plant Biology. Band 6, Nr. 3, 1979, ISSN 1445-4416, S. 265–276, doi:10.1071/pp9790265.
  2. Vigna unguiculata bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. a b c d e Bir Bahadur Singh, Cowpea: The Food Legume of the 21st Century. Madison, Crop Science Society of America 2014, S. 4–6, ISBN 978-0-891-18621-2, doi:10.2135/2014.cowpea.
  4. Kuhbohne, Augenbohne, Uni Gießen, abgerufen am 5. Februar 2022
  5. Richard L. Fery: New Opportunities in Vigna. In: J. Janick, A. Whipkey (Hrsg.): Trends in new crops and new uses. ASHS Press, Alexandria, VA, 2002, S. 424–428, (PDF; 26 kB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Augenbohne (Vigna unguiculata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vigna unguiculata. In: U. Brunken, M. Schmidt, S. Dressler, T. Janssen, A. Thiombiano, G. Zizka: West African plants – A Photo Guide. Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt am Main 2008.