Interkontinentale Probe beim Birresdorfer Chor

Online-Probe des Chors

Das Corona-Virus bestimmt zurzeit weite Teile unseres Alltags. Neben dem direkten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Desaster strahlt die Problematik auch immer mehr in den zwischenmenschlich-sozialen Bereich. Vielen fehlt der tägliche Kontakt im Arbeitsumfeld (Homeoffice), der Treff zum Plausch mit Freunden, der Gang zur Kirche, oder die Zusammenkunft beim gemeinsamen Hobby. Vor kurzem war zu lesen, wie schwer es daher auch die Chöre in diesen veränderten Zeiten haben. Im Sommer, als die Inzidenzzahlen niedrig und Lockerungen möglich waren, konnten einige Chöre bei erträglichen Temperaturen Proben unter freiem Himmel durchführen. Als es dann auf den Herbst zuging und die abendliche Dunkelheit immer früher einsetzte, war es mit den Open-Air-Proben leider auch vorbei.

Die Sängerinnen und Sänger des Birresdorfer Chors waren sich ganz früh einig, dass die Proben unbedingt in irgendeiner Form fortgesetzt werden mussten. Viele Chormitglieder wohnen außerhalb von Birresdorf und laufen sich daher im Alltag nicht über den Weg, außer eben bei der wöchentlichen Probe, montags abends um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Ein erster Lösungsvorschlag kam vom Chorleiter Mariano Galussio: Online-Proben per Zoom (die Internet-Plattform wird ja in diesen Zeiten für virtuelle Zusammenkünfte jeglicher Art genutzt).

Und so fanden sich am 22. März erstmals mehr als ein duzend Chormitglieder im Internet ein und wurden vom Chorleiter und Moderator mit seinem digitalen Piano und dem gleichen Enthusiasmus durch den Probeabend geführt wie zuvor bei den ‚echten‘ Proben. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden auf diese Weise nicht weniger als 21 Online-Proben durchgeführt, immer mit einem ‚harten Kern‘ von 10 bis 15 Sängerinnen und Sängern. Dabei kam auch das Gespräch nicht zu kurz; immer wieder gab es zwischendurch Gelegenheit, sich auszutauschen. Und auch Aufnahmen neu einstudierter Stücke konnten gemacht werden: unter der rhythmischen Vorgabe durch den Chorleiter konnten alle ihre online mitgesungene Stimme per Smartphone aufnehmen und ihm dann die Audiodatei zuschicken. Mariano Galussio fügte sodann alle Stimmen zu einem wohlklingenden Chor zusammen. Immerhin konnte das Repertoire während der Pandemie sogar erweitert werden, beispielsweise mit ‚Paint It Black‘ von den Rolling Stones.

Probe des Chors in der Kirche St. Stephanus in Leimersdorf

Zwischendurch, als der Lockdown im Sommer gelockert wurde, konnte der Chor auch sieben Mal im Innenhof des DGH in Birresdorf proben. Und sechs Mal kam der Heilige Stephanus in der Pfarrkirche in Leimersdorf in den Genuss der Proben, natürlich alles unter strikter Einhaltung der AHA-Regeln. Statt mit dem Klavier hatte der Chorleiter sich hierfür mit seiner Gitarre bewaffnet – er beherrscht ja auch die gezupften Saiten. Für den Chor waren die Proben in der Leimersdorfer Kirche ein bleibendes akustisches Erlebnis!

Am 21. Dezember gibt es nun für den Birresdorfer Chor eine Pemiere: eine interkontinentale Probe. Kein Scherz! Der kongeniale Chorleiter Mariano Galussio weilt nämlich anlässlich seines Weihnachtsurlaubs wieder einmal in seiner alten Heimat Buenos Aires in Argentinien. Und da sich der Chor ganz gut an die Online-Proben gewöhnt hat, lässt sich erstmals auch während seiner Abwesenheit eine Chorprobe durchführen, während er hinter dem großen Teich weilen wird. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird er dann ‚Feliz Navidad‘ aus 11½ tausend km Entfernung dirigieren…

Alle Chormitglieder ‚scharren schon mit den Hufen‘, um auch das neu erlernte Liedgut alsbald aufzuführen, wenn der COVID-19-Spuk vorbei ist. Mehr Information zum Birresdorfer Chor findet sich unter dem Link birresdorf-chor5.webnode.com.

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